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5 Symbole der Freundschaft

Für immer: Das versprechen sich nicht nur Liebende vor dem Traualtar, auch Freundschaften werden unter Einsatz starker Symbolik für die Zukunft besiegelt. Wir stellen fünf Zeichen der Freundschaft vor

Blutsbrüderschaft

Blut ist dicker als Wasser. Das wussten schon Winnetou und Old Shatterhand – und besiegelten ihre Freundschaft mit einer Blutsbrüderschaft. Gleiches Blut, gleiche Familie. Ein enger Bund, gegründet auf den Austausch des eigenen Blutes. Dabei war dieses Ritual unter den Ureinwohnern Amerikas nicht verbreitet, sondern lediglich im Werk des Winnetou-Schöpfers Karl May.

Typischer war es hingegen bei den Germanen oder – noch ein paar Jahrhunderte früher – bei den Skythen nördlich des Schwarzen Meeres. Die Blutsbrüderschaft wurde je nach Volk unterschiedlich besiegelt: Mal fügten sich die Blutsbrüder in spe Wunden zu und drückten sie aufeinander. Mal tranken sie das Blut des anderen – teils auch vermischt mit Wein, Milch oder Bier.

Freundschaftsband

Freundschaftsbänder haben eine lange Tradition. Eine Erzählung ist, dass man das selbstgeknüpfte Band um das Handgelenk eines Freundes bindet. In diesem Moment kann sich die beschenkte Person etwas wünschen. Nach langer Zeit, wenn sich das Freundschaftsarmband auflöst und vom Handgelenk fällt, soll der Wunsch in Erfüllung gehen. In Indien knüpfen nach alter Tradition Mädchen und Frauen am Feiertag „Raksha Bandhan“ (zu Deutsch: „schützende Verbindung“) Armbänder für ihre Brüder. Die Armbänder werden dabei gesegnet und sollen die Träger vor Bösem beschützen. Heutzutage erhalten in dem Land auch Freunde und Nachbarn Armbänder. Das geschieht auch dann, wenn ein Mädchen von einem Jungen nicht mehr will als Freundschaft. Eine diplomatische Geste in Indien für: Lass uns Freunde bleiben.

Tattoo

Ein Freundschaftsbeweis, der unter die Haut geht. Und die Tattoovielfalt kennt keine Grenzen: Vögel, Blumen, Puzzleteile und vieles mehr finden durch Freundschaften dauerhaften Platz auf Körpern. Noch stärker als bei einem Armband wird die Freundschaft symbolträchtig manifestiert. Und falls die Freundschaft schneller verblasst als das Tattoo, dann erzählt es immer noch eine Geschichte. Die Tätowierung als solche ist schon sehr alt. Wo sie ihren Ursprung hat, lässt sich aber nicht genau bestimmen. Verschiedene Kulturen haben sie vermutlich unabhängig voneinander entwickelt und praktiziert. Ötzi, die Steinzeitmumie, hatte Dutzende Tattoos auf dem Körper. Sie sind mehr als 5.000 Jahre alt. Ob dahinter auch damals schon ein Freundschaftsbeweis steckte, ist nicht überliefert.

Urkunde

Freundschaften gibt es nicht nur zwischen Menschen, sondern auch zwischen Staaten. Dort beginnt die Bindung oft erst, wenn die große Symbolik bereits zelebriert wurde, etwa beim Unterzeichnen von Urkunden und bei Staatsakten. Das war zum Beispiel beim Élysée-Vertrag zwischen Deutschland und Frankreich der Fall, der 1963 unterzeichnet wurde. Nach einer schweren Vergangenheit mit vielen Kriegen wollten die lange verfeindeten Staaten Freunde werden. Das fiel anfangs schwer, aber es gelang: Der gemeinsame Vertrag bildet noch heute das Fundament für die enge deutsch-französische Freundschaft und damit für viele menschliche Verbindungen über Grenzen hinweg.

Foto-Tagging

Fotos in sozialen Netzwerken hochladen, Freunde markieren und verlinken: das Freundschaftsarmband des digitalen Zeitalters. Wer sich gegenseitig auf Fotos im Internet verlinkt, der kennt sich, der mag sich, der ist befreundet. Möge jeder beim Betrachten des Bildes wissen, wer die Person ist, mit der man zuletzt etwas erlebt hat. Dadurch sind die Menschen nicht mehr bloß durch das gemeinsame Foto verknüpft: Durch die Markierung rücken auch ihre Social-Media-Profile eng zusammen. Eine Verbindung, die ebenfalls sehr lange halten und für viele sichtbar sein kann. Freundeslisten in sozialen Netzwerken im drei- oder gar vierstelligen Bereich sagen wenig über wahre Freundschaften aus. Die dort hochgeladenen Bilder zeigen mehr. Sie sagen: Schaut her! Das ist die Person, der ich meine Zeit schenke und mit der ich gerne zusammen bin.